Müllsystem – Kreislauf oder Zirkus?

Einführung
Das Altglas türmt sich in einer Ecke in der Küche, keiner hat Lust den Biomüll zur Biotonne zu bringen und zahlreiche gelbe Säcke stapeln sich im Keller, bereit dafür, auf die Straße gestellt und endlich abgeholt zu werden. So oder so ähnlich sieht es in vielen Haushalten aus. Manchmal fragt sich der ein oder die andere, was dieser ganze Mülltrennungs-Heckmeck eigentlich soll. Warum das Altglas zum Glascontainer schleppen, jedes Glas sortieren? Wird doch am Ende eh alles zusammengeschmissen, oder?

Seit über 25 Jahren wird in Deutschland der Abfall in gelben Sack, Altpapier, Restmüll, Biomüll und Altglas unterschieden. Was genau in welche Tonne gehört, darüber verlieren viele den Überblick. Darüber was mit dem Abfall nach dem Abtransport passiert sowieso. Außerdem schwindet das Vertrauen in die Abfallsysteme, denn Gerüchte darüber, dass am Ende eh alles zusammengekippt wird, was vorher sorgfältig getrennt wurde, halten sich hartnäckig. Die hohen Recyclingquoten werden in Frage gestellt und was ist eigentlich mit dem Export von Abfall? Wenn Deutschland so gut im Recycling ist, wieso wird denn dann exportiert?

Um dieses Thema ranken sich immer mehr Mythen, die im folgenden Artikel genauer unter die Lupe genommen werden. Nachdem ihr diesen Artikel gelesen habt, wisst ihr was in welche Tonne gehört und was damit passiert. Außerdem gibt es noch ein kleines Spiel mit dem ihr euer Wissen überprüfen könnt.

Aber erstmal zur Geschichte der Mülltrennung und den verschiedenen Tonnen, was hinein gehört und was mit dem Abfall passiert nachdem wir ihn entsorgt haben.

Geschichte der Mülltrennung im Schnelldurchlauf
In den 1970ern wurden die ersten Glascontainer aufgestellt. Mitte der 80er folgten die ersten Altpapiercontainer. Der Rest landet in den meisten Fällen auf lokalen Mülldeponien. Um die wachsenden Müllberge in den Griff zu bekommen, wird 1991 die neue Verpackungsverordnung verabschiedet. Ab dort beginnt die Zeit der Mülltrennung in Deutschland, wie wir sie heute kennen. Neben dem öffentlich-rechtlichen Abfallsystem wird ein zweites (duales) Abfallentsorgungssystem eingeführt – der gelbe Sack/die gelbe Tonne. Folglich wird nun zwischen Gelber Sack, Altpapier, Restmüll, Biomüll und Altglas unterschieden und diese in den entsprechenden Tonnen entsorgt. In den Gelben Sack darf aber nur, was mit einem Grünen Punkt versehen ist, denn Hersteller werden durch die Verpackungsordnung dazu verpflichtet, ihre Verpackungen zu recyceln und dafür die Kosten zu tragen. Das funktioniert indem die Verpackungshersteller eine Lizenzgebühr für den Grünen Punkt an das Duale System Deutschland (DSD) bezahlen. Dieses beauftragt wiederum Abfallunternehmen, die Verpackungen mit dem Grünen Punkt einzusammeln, zu sortieren und zu verwerten. Dieser Prozess wird aus den Lizenzeinnahmen finanziert.Die extra Kosten, die durch die Lizenzgebühr entstehen, werden auf die Preise der Produkte draufgeschlagen. Somit werden die Kosten für die Lizenz letztendlich auf die Verbraucher umgelegt. Die Produkte mit dem Grünen Punkt werden in dem kostenlos zur Verfügung gestellten Gelben Sack bzw. in der gelben Tonne gesammelt. Mittlerweile hat sich die Monopolstellung von dem Grünen Punkt aufgelöst und es gibt weitere Entsorgungsunternehmen für das duale System. Es können also auch Verpackungen im gelben Sack entsorgt werden, die keinen Grünen Punkt haben.


Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCner_Punkt_(Deutschland)#/media/File:Der_Gr%C3%BCne_Punkt.svg

Die verschiedenen Wege des Mülls
Nun trennen wir alle fleißig. Aber was passiert mit dem akribisch getrennten Müll wenn er dann abgeholt wurde? Was ist dran an dem Gerücht, dass am Ende eh alles nur zusammengekippt wird? Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege, die unser Müll gehen kann, wenn wir ihn aus der Hand gegeben haben. Die am wenigsten klimafreundliche Option ist die Mülldeponie. Giftige Stoffe können in den Boden sickern oder der Müll sondert klimaschädigende Gase wie Methan ab. Eine weitere Option ist die thermische Verwertung. Das bedeutet, dass der Abfall verbrannt und daraus Energie gewonnen wird. Die dritte Möglichkeit ist das Recycling – die Wiederverwertung. So soll der Wertstoff aufbereitet und wieder zurück in den Kreislauf geführt werden. Manche Materialien eigenen sich dafür besser als andere. Besser eignen bedeutet in diesem Kontext, dass diese mit einem geringen Qualitätsverlust wiederverwertet werden können.

Welcher Abfall wo hineingehört und was damit eigentlich passiert erkläre ich euch jetzt:

Gelbe(r) Sack/Tonne
In dem gelben Sack/ in der gelben Tonne wird Verpackungsmüll gesammelt. Dazu gehören Leichtverpackungen (LVP), d.h. Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Nachdem der Verpackungsmüll abgeholt wird, wird er in einer Anlage nach Materialart sortiert. Dafür gibt es verschiedene Methoden wie z.B. das Schwimm-/Sink-Verfahren oder Infrarot. Nachsortiert wird dann meist von Hand, weil die Maschinen nicht alles detektieren können. Aus einem Teil der sortierten Materialien entsteht Granulat, das anschließend weiterverarbeitet werden kann. Allerdings mit Einschränkungen. So kann aus hygienischen Gründen aus recyceltem Kunststoff keine neue Lebensmittelverpackungen entstehen. Der andere Teil, der nicht wiederverwertet wird – das macht in etwa die Hälfte aller Verpackungen aus-, wird verbrannt. Das liegt einerseits an Fehlwürfen, d.h. Dinge die eigentlich in eine andere Tonne gehören und andererseits an den Verbundmaterialien. Viele Verpackungen bestehen aus mehreren Materialien und ein Trennen und Recyceln wäre daher zu zeitaufwendig und teuer. Wie dies in die Recyclingquoten mit einfließt werdet ihr im weiteren Verlauf erfahren.

Faustregel: Im gelben Sack werden alle Leichtverpackungen gesammelt, d.h. Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien wie Getränkekartons. Oder aber auch alle Verpackungen, die nicht aus Papier oder Glas sind.

Beispiele:
Plastikbecher
Wurst-, Käse- und Eisverpackung
Konservendosen
Getränkekartons
Styroporverpackungen
Zahnpastatuben, Shampooflaschen, Spraydosen
Kronkorken von Flaschen

Biomüll
Unser Abfall aus der Biotonne landet in der Regel in Biovergärungsanlagen oder in einer Kompostierungsanlage. Bei der Vergärung des Bioabfalls wird Biogas gewonnen. Dies kann dann unterschiedlich verwendet werden. Nach dem Vergärungsprozess wird der Gärrest meistens entwässert. Dies kann als Kompost an Landschaftsgärtnereien, Privathaushalte oder Weinbaubetriebe verkauft werden. Bevor aber der Vergärungsprozess in Gang gesetzt werden kann, muss der Biomüll vorbehandelt werden. Die Störstoffe sollen dabei rausgefiltert werden. Logischerweise sind die Entsorgungskosten höher (durch den höheren Sortierungsaufwand) und die Qualität des Materials schlechter, desto mehr Störstoffe in dem Abfall vorhanden sind. In der Kompostierungsanlage beginnt der Abfall sich unter hohen Temperaturen zu zersetzen. Während der Nachrottephase bildet sich Humus und das Kompostgut stabilisiert sich biologisch. Komposte können sich qualitativ unterscheiden.

Fun Fact: In einer Bananenschale steckt genügend Energie, um eine 11-Watt-Lampe 34 Minuten mit Strom zu versorgen.

Faustregel: In die Biotonne kommen die Abfälle tierischen und pflanzlichen Ursprungs.

Beispiele:
Obst-, Gemüse- und Pflanzenreste
Fisch-und Fleischreste
Brotreste
Tee- und Kaffeefilter

Papiermüll
Das erste recycelte Papier war im Vergleich zu Papier aus Frischfasern, d.h. aus Holz, grau und hässlich. Doch die Techniken wurden immer besser und heute ist das recycelte Papier kaum mehr von nicht recyceltem Papier unterscheidbar. Bei der Herstellung von Recyclingpapier wird, im Vergleich zur Herstellung von Papier aus Holzfasern, 60% Energie und bis zu 70% Wasser gespart. Auch stammt das recycelte Papier oftmals aus Deutschland und verringert somit die Transportwege erheblich. Hinzu kommt, dass bei recyceltem Papier weniger Chemikalien und die Abwasserbelastung bis zu zehnmal niedriger als bei der Produktion von Frischfaserpapier ist. Das Altpapier wird zunächst in einer Anlage sortiert um alle Störstoffe zu entfernen. Danach wird es in Ballen gepresst und zu einer Papierfabrik transportiert, wo es dann weiterverarbeitet wird. In der Papierfabrik wird es zunächst in Wasser aufgelöst, damit sich die Fasern lösen. Dabei entsteht ein Papierbrei, der nochmals gereinigt wird um Fremdstoffe zu entfernen, die in der Sortieranlage nicht erfasst wurden. Wenn weißes Papier, auch grafisches Papier genannt, hergestellt werden soll, wird die Druckfarbe mit Hilfe von Natronlauge und Seife entfernt. Danach wird der Papierbrei auf ein Sieb weitergeleitet, sodass das Wasser abfließen kann und sich die Fasern verbinden können. Abschließend wird der Stoff von Walzen zu einer Papierbahn gepresst und getrocknet. Bei jedem Recycling werden die Papierfasern kürzer, bis sie sich irgendwann nicht zu festem Papier verbinden lassen. Deshalb muss je nach gewünschtem Endergebnis ein Anteil an frischen Fasern hinzu gemischt werden. Pappe oder Zeitungspapier besteht zum Beispiel aus nahezu 100% Recyclingmaterial. Papier lässt sich bis zu sechsmal recyceln. Danach sind die Zellulosefasern nicht mehr lang und das Papier ist nicht mehr fest genug.

Faustregel: Prinzipiell gehören Papier und Pappe in die blaue Tonne. Beschichtetes oder verschmutztes Papier gehören allerdings nicht in diese Tonne.

Beispiele:
Zeitungen,Zeitschriften, Kartons, Pappe
Verpackungen aus Papier
Bücher, Hefte, Schreibpapier

Um sicher zu gehen, dass du recyceltes Papier kaufst, kannst du auf die folgenden Siegel achten:

Der Blaue Engel ist das bekannteste Siegel in Deutschland. Du findest dieses Logo auf vielen alltäglichen Produkten wie Schreibheften oder aber auch Klopapier. Besonders bei Hygienepapieren sollte darauf geachtet werden, dass es sich um Recyclingpapier handelt, da diese nicht wiederverwertet werden können.

UWS-Papier kommt, im Gegensatz zu herkömmlichem Recyclingpapier, ohne De-Inking und Bleiche aus und ist daher besonders umweltfreundlich. Meistens ist dieses Papier nur in gut sortierten Schreibwarenläden, Bioläden oder im Großhandel zu finden.

Altglas
Glas kann komplett und unendlich oft ohne Qualitätsverlust recycelt werden. Damit das möglich ist, ist es wichtig, dass das Glas sortenrein ist. Das bedeutet, dass Glas nach Farbe getrennt wird. Getrennt wird zwischen weißem, grünem und braunem Glas. Blaues oder andersfarbiges Glas gehört in den Container für grünes Glas. Deckel müssen übrigens auch nicht mehr abgeschraubt werden. Dank eines Magneten können diese später einfach aussortiert werden. Allerdings gehört nicht jede Art von Glas in den Altglas Container. Fensterglas oder kaputte Trinkgläser z.B. haben in einem Altglas Container nichts zu suchen. Das liegt daran, dass diese eine andere Glaszusammensetzung haben und den Schmelzprozess stören würden. Zusammen mit Papier hat Glas die höchste Recyclingquote unter den Siedlungsabfällen. Beim Recyceln von Altglas wird es, nach dem Sammeln und Befreien von Störstoffen, zu Glasscherben zerkleinert. Anschließend wird es nochmals von Papier und Metallen befreit und gesiebt. Darauf folgt das Umschmelzen in einem Hochofen und Umformen zu neuen Formen wie z.B. Glasflaschen.


Quelle: https://www.bsr.de/glas-20222.php

Das Gerücht, dass z.B. das Altglas im Container zusammen geschüttet wird, besteht weiterhin. Und wenn man sich mal das Prozedere beim Abtransport des Altglas anschaut, dann erscheint das auf den ersten Blick auch erstmal logisch. Was viele nicht wissen, ist, auch wenn es so aussieht als würde alles zusammen gekippt werden, so haben die Mülltransporter getrennte Kammern. Die Trennung bleibt also weiterhin erhalten.

Faustregel: In das Altglas gehört Glas, das als Verpackung diente.

Beispiele:
Getränkeflaschen
Konservenglas
Flakons aus Glas

Restmüll
Der Restmüll wird thermisch verwertet, d.h. verbrannt. Dabei können in der Regel nur Metalle zurückgewonnen werden.

Faustregel: Hier gehört alles hinein, was sich nicht recyceln lässt.

Beispiele:
Hygieneartikel
Porzellan
Tapeten- und Teppichreste
Zigarettenstummel
Asche
Fensterglasscherben

Ich hoffe jetzt habt ihr einen guten Überblick darüber, was wo hinein gehört und was mit eurem Abfall passiert. Aber trotz der ganzen Mülltrennerei und den heutigen Recyclingmethoden ist Müllvermeidung noch immer die umweltschonendste Methode. Deshalb ist die Reihenfolge, in der ihr Müllvermeidung, Mülltrennung etc. betrachtet, sehr wichtig. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das im folgenden Absatz erläutert wird, hält diesen Aspekt fest.

Abfallhierachie
Vor etwa 60 Jahren wurden die meisten Siedlungsabfälle noch auf lokalen Müllkippen entsorgt. Seitdem ist viel passiert und die Abfallwirtschaft bewegt sich mehr hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Trotz des heutigen Recyclingsystems und der Möglichkeiten Stoffe wiederzuverwerten sollte vielmehr darauf geachtet werden, Abfall zu vermeiden. Der unvermeidbare Abfall kann dann gemäß dem Recycling entsorgt werden. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz aus dem Jahre 2012 hält folgende Reihenfolge fest:

Vermeidung
Vorbereitung zur Wiederverwertung
Recycling (stoffliche Verwertung)
Sonstige Verwertung
Beseitigung

Recyclingquoten
Die hohen Recyclingquoten in Deutschland sind vielversprechend. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen, denn, als recycelt gilt all derjenige Abfall der in eine Recyclinganlage transportiert wird. Wieviel während des Recyclings aussortiert und verbrannt oder exportiert wird, wird nicht mit einberechnet. So kommt das statistische Bundesamt auf eine Recyclingquote vom Siedlungsabfall von 67%. Die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW) berechnet hingegen nur , wieviel tatsächlich in der Wirtschaft oder Landwirtschaft wiederverwertet wird und kommt so auf eine Quote von 38 – 40%.


Quelle: http://www.bpb.de/apuz/281497/was-passiert-mit-unserem-muell?p=all#footnode3-3


Quelle:http://www.spiegel.de/wirtschaft/muell-wieviel-plastik-abfall-erzeugt-jeder-deutsche-und-geht-es-auch-ohne-a-1207303.html

Müllexport
Zwar müssen die Abfallsysteme nachweisen, dass der Abfall verwertet wurde, allerdings nicht wo. Und so kommen wir zum Thema Abfallexport. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes wurden 2016 von den ca. 3,1 Millionen Tonnen Verpackungsabfällen aus Kunststoff etwa 10,5%, also 327.500 Tonnen exportiert und im Ausland verwertet. Wohin genau exportiert wird, darüber wird in der Regel nicht informiert. Allerdings war China lange Zeit ein Hauptabnehmer der Kunststoffabfälle aus Deutschland. Anfang 2018 setzte China diesem Import durch Lizenzentziehungen und strenge Vorgaben einen Riegel vor, sodass dieses einem Importstopp gleich kam. Das Problematische an dem Müllexport in andere Länder wie z.B. China ist, dass dort oftmals niedrigere Umweltstandards herrschen als in Deutschland. Ein Teil gelangte in der Vergangenheit in die Umwelt und verschmutzte diese. Das dieser Anteil trotzdem in die Recyclingquote mit einfloss/einfließt erklärt warum das Vertrauen in das Recyclingsystem sinkt.

Der Müll der Bislang nach China exportiert wurde, wurde, im Zuge des Importstopp seitens China, nun in andere asiatische Länder wie z.B. Vietnam und der Türkei exportiert. Der Müllzirkus geht also weiter!

(© Destatis; Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH)
Quelle: http://www.bpb.de/apuz/281497/was-passiert-mit-unserem-muell?p=all#footnode3-3

Fazit und warum wir weiterhin Müll sortieren sollten
Trotz Abfallexporte nach Unbekannt und fragwürdigen Recyclingquoten, sollte der Abfall weiterhin getrennt werden. Denn um aus dem Hausabfall ein hochwertiges Recyclingmaterial herzustellen muss der Müll möglichst “sauber” bzw. wenig verschmutzt sein. Das bedeutet z.B. im Falle eines Joghurtbechers, dass dieser löffelrein sein aber nicht nochmal extra gespült werden sollte. Ein halb voller Joghurtbecher würde allerdings aussortiert werden. Aus diesem Grund beginnt ein effizienter Recyclingprozess schon im eigenen Haushalt. Würde zum Beispiel Kunststoff mit Restmüll gemischt werden, dann würde der Kunststoff zu sehr durch Essensreste oder Windeln etc. verschmutzt werden. Papier muss für das Recyceln trocken bleiben, was es im Gemisch mit anderen Abfallarten nicht bleiben würde. Würde Glas nicht getrennt werden, würde es das andere Material zerstören und dessen Recycling behindern.

Auch wenn es Sortieranlagen gibt, können diese nicht so gut trennen wie Menschen. Einzelne Fehlwürfe oder Störstoffe sind kein Problem, allerdings sollte dies bei Ausnahmen bleiben. Der Recyclingprozess dauert sonst länger und verursacht höhere Kosten. Diese Kosten landen im Endeffekt wieder bei den Bürgern oder der Umwelt.
Zusätzlich zum Recyceln, sollten wir die Abfallhierarchie beachten, also Abfall so gut wie möglich vermeiden. Verbundwerkstoffe bei Verpackungen wie z.B. Chipstüten sollten statt immer komplexer, simpler designed werden, sodass die Materialien wiederverwertet statt verbrannt werden können. Bis dahin sollten wir versuchen solche Produkte zu meiden und unsere Augen für recycelte Produkte offen halten.

Eine Recyclingquote von 67% hört sich gut an, aber leider ist auf diese Zahlen kein Verlass. Denn auch in in der Abfallbranche wird getrickst und mit Zahlen jongliert, bis diese ein schönes Bild ergeben. Derweil stapelt sich Altglas in der Küche, gelbe Säcke im Keller und der Biomüll brütet vor sich hin. Das lässt sich leider nicht beschönigen und lässt den einen oder die andere am deutschen Abfallsystem zweifeln. Die Umkehrseite wäre allerdings, dass das Abfallsystem teurer und mehr Müll exportiert oder verbrannt wird. Deshalb gilt weiterhin die Devise: Müll vermeiden, trennen, wiederverwerten und hoffen, dass bald genug Kapazitäten vorhanden sind, um hohe Recyclingquoten zu erreichen, ohne thermische Verwertung und Abfallexporte!

Quellen:
https://www.greenpeace-magazin.de/der-muell-und-die-mythen
https://www.gruener-punkt.de/de/muelltrennung-muell-trennen.html
https://www.duh.de/projekte/wertstoffgesetz/
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mehr-recycling-in-deutschland-1507858
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/recycling/21113.html
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/3888.pdf
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/20810.html
utopia.de/ratgeber/papier-recycling-wie-es-funktioniert-und-was-aus-dem-papier-wird
https://www.wissen.de/raetsel/wie-entsteht-recyclingpapier
https://www.bsr.de/glas-20222.php
https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/glas-altglas#textpart-6
https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/verwertung-entsorgung-ausgewaehlter-abfallarten/altpapier#textpart-4
https://www.wissen.de/raetsel/wie-entsteht-recyclingpapier
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/abfall/muell-richtig-trennen-gelber-sack-restmuell-papier-oder-wohin-sonst-10580
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/mehr-recycling-in-deutschland-1507858
http://www.spiegel.de/wirtschaft/muell-wieviel-plastik-abfall-erzeugt-jeder-deutsche-und-geht-es-auch-ohne-a-1207303.html
http://www.bpb.de/apuz/281497/was-passiert-mit-unserem-muell?p=all#footnode3-3
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/uba_abfall_web.pDf
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/19838.html
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/bioabfall/23033.html
https://www.greenpeace.de/themen/waelder/schutzgebiete/woran-erkennt-man-umweltfreundliches-papier
https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/haushalt-wohnen/papier-recyclingpapier#textpart-2

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