Geplante Obsoleszenz – Wie könnt ihr diese Produkte umgehen

Geschrieben von Miriam

Omas Mixer funktioniert noch immer einwandfrei und der eigene, den man vor gar nicht allzu langer Zeit gekauft hat, gibt schon den Geist auf. Wie kann das sein? War früher prinzipiell einfach alles besser oder steckt dahinter Methode?


So oder so ähnlich beginnen viele Artikel, die sich mit dem Thema geplante Obsoleszenz auseinandersetzen. Zu Recht, denn so beginnt auch der Prozess vieler Verbraucher, ihre Produkte und deren Lebensdauer und infolgedessen deren Hersteller in Frage zu stellen.

Die Fragenden landen letztendlich bei dem Begriff “geplante Obsoleszenz”, denn dieser  ist in aller Munde und wird breit in der Öffentlichkeit diskutiert.

In diesem Artikel möchte ich euch eine kleine Einführung zu diesem Thema geben, zwei verschiedene Seiten dieser Debatte darstellen und eine praktische Checkliste mit ein paar Tipps zusammenstellen, die wir alle ganz einfach bei unserem nächsten Kauf anwenden können.

Aber zuerst einmal sollten wir die allgemeinen Begrifflichkeiten klären. Was genau bedeutet (geplante) Obsoleszenz eigentlich?

 

Bedeutung Obsoleszenz

Bei Obsoleszenz handelt es sich um den natürlichen oder künstlich herbeigeführten Alterungsprozess eines Gebrauchsgegenstandes. Diese Alterung unterliegt vier verschiedenen Ursachen:

Folglich kann das Produkt nicht mehr genutzt werden.

 

Geplante Obsoleszenz

Bei der geplanten Obsoleszenz ist in diesem Kontext eine absichtliche Verkürzung der Lebensdauer seitens der Hersteller gemeint. Unterstellt wird also eine beabsichtigte Herbeiführung der verschiedenen Formen des Alterns. Das soll dazu führen, dass die Verbraucher schneller ein neues Produkt kaufen. In der Debatte wird angenommen, dass die Hersteller diese Obsoleszenz so geplant haben, dass sie erst nach Ablauf der Garantie eintritt.

 

Die Glühbirnen-Geschichte

Im Rahmen der Obsoleszenz Debatte wird die Geschichte der “ewigen Glühbirne” oftmals angeführt und darf hier natürlich nicht fehlen. Diese berühmte Glühbirne, wurde um 1900 entwickelt und brennt seit über 100 Jahren in einer Feuerwehrwache in der Nähe von San Francisco. In den 1920er Jahre haben sich dann große Hersteller zu einem Glühbirnen Kartell zusammengeschlossen und die Laufzeit einer solcher Glühbirne auf 1000 Stunden reduziert. Unternehmen, deren Glühbirnen länger hielten mussten hohe Geldstrafen zahlen.  Durch die kürzere Lebensdauer wurde die Nachfrage neuer Produkte angekurbelt und die Hersteller rieben sich die Hände. Dieses Kartell wurde im Jahre 1942 entlarvt und aufgelöst. Gerüchten zufolge soll es dennoch nach wie vor existieren. Denn eine Glühbirne hält noch immer ca. 1000 Stunden…

 

Zurück zur Gegenwart

Soll ein Defekt eines Produktes unter geplante Obsoleszenz fallen, müsste laut Theorie ein Ablaufdatum, wie z.B. bei Lebensmitteln das Mindesthaltbarkeitsdatum, vorab festgelegt sein. Der Hersteller müsste diese Schwachstelle also arglistig geplant haben. Aber wie kann das bewiesen werden? Das ist so ziemlich der Knackpunkt bei dieser Debatte. Ein genau festgelegtes Datum, an dem Mixer und Co. den Geist aufgeben, gibt es nicht. Bedeutet das nun, dass es auch geplante Obsoleszenz nicht gibt?

Durch bestimmte Produktkriterien kann trotzdem aufgezeigt werden, dass einige Hersteller gegen lange Produkt-Nutzungsdauer arbeiten. Wäre das im Umkehrschluss auch geplante Obsoleszenz? Es muss doch einen Grund dafür geben, dass Omas Mixer noch immer funktioniert und der eigene nach kurzer Zeit unter Elektroschrott fällt.

Heutzutage werden oftmals günstigere Materialien in den Elektrogeräte verbaut. Anstatt, dass das Zahnrad wie früher aus Metall ist, ist es nun aus Hartplastik, dass bei der Nutzung viel schneller abreibt und dazu führt, dass der Mixer kaputt geht. Hinzu kommt, dass viele Elektrogeräte mittlerweile so gebaut werden, dass sie nicht mehr auseinander- und anschließend wieder zusammengebaut werden können. Eine Reparatur ist nicht mehr möglich, obwohl eigentlich nur ein Zahnrad ausgetauscht werden müsste. Das ist nur ein Beispiel dafür. Schnell verschleißendes Material und reparaturunfreundliches bzw. boykottierendes Design liegt in der Verantwortung der Hersteller.

Die psychologische Obsoleszenz wird in den Marketingbüros dieser Welt gepflanzt und gedeiht in den Köpfen der Verbraucher und ist so ein Zusammenspiel beider Parteien. Niemand wird gezwungen alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu kaufen – dennoch tun es viele. Konstant wird man mit Werbung, Informationen über die neusten Smartphone-Features usw. bombardiert. Diese Form von Obsoleszenz, von den Verbrauchern mit unterstützt, führt auch dazu, dass ein Smartphone nicht unbedingt dafür ausgelegt ist, mehrere Jahre zu halten.

 

Die Henne-Ei-Frage

Viele Verbraucher nehmen die verkürzte Lebensdauer der Produkte in Kauf. Gab es zuerst die Nachfrage oder das Angebot? Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?

In der “geplante-Obsoleszenz-Debatte” haftet dem Begriff meist eine negative und “den Unternehmen” gegenüber eine vorwurfsvolle Grundhaltung an.

Dabei muss sich geplante Obsoleszenz nicht per se schlecht  auf die Produktlebensdauer auswirken. Durch die Planung von Obsoleszenzen kann eben genau das Veraltern verzögert werden mittels z.B. Ersatzteilbevorratung und Wartungszyklen. Die Lebensdauer wird so verlängert. Jede Form von Bereitstellung von Ersatzteilen, Software-Support etc. kann als eine Form der geplanten Obsoleszenz und somit als positiv angesehen werden. Ein Beispiel hierfür, wäre der Service von Tesla. Mit Obsoleszenzfällen wird gerechnet und um denen schnell entgegenwirken zu können, hat das Service-Team stets Zugriff auf die Automodelle und kann so sofort reagieren. Ziel ist sogar, dass sich die Autos bis zu einem gewissen Grad irgendwann selber reparieren.

Daraus folgt, dass geplante Obsoleszenz, je nach Hersteller, zu Verkürzung oder Verlängerung der Lebensdauer eines Produktes führt. Dies sollte bei der Betrachtung von geplanter Obsoleszenz im Hinterkopf behalten werden.

Genauso wie, dass die Hersteller sich nicht zwangsweise arglistig für eine Obsoleszenz entscheiden sondern dass sie ihre Priorität beim Produktdesign auf andere Bereiche legen. Wie z.B. Preis und Ästhetik. Zudem gibt es bei bestimmten schnelllebigen Produkten wie z.B. in der Modeindustrie keine Zeit für Produkttests, um deren Langlebigkeit zu testen. Damit priorisieren Hersteller in bestimmten Branchen andere Bereiche vielmehr und gehen Kompromisse hinsichtlich der Langlebigkeit ein.

Rund um diese Debatte gibt es noch viele offene Fragen und die Nachfrage nach günstigen Produkten ist nach wie vor da.

 

Fazit

Die geplante Obsoleszenz Debatte ist wichtig. Es gibt einige Beispiele, die beweisen, dass da etwas nicht richtig läuft und gemurkst wird. Das sollte beobachtet, angegangen und die Hersteller zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Forderung nach mehr Transparenz für die Verbraucher ist ein logischer Ansatz. So kann jeder, basierend auf Informationen entscheiden und nicht aufgrund von Unwissenheit in die Irre geführt werden.

Aber es Bedarf ebenfalls einer Veränderung im Verhalten der Konsumenten. Studien belegen, dass oftmals die Verbraucher selbst, aufgrund des Wunsches nach neuen Funktionen, Produkte auswechseln, obwohl diese noch einwandfrei funktionieren. Am Ende sind es auch wir, die mit unseren Käufen bestimmen, welche Produkte und Unternehmen wir unterstützen.

 

Wie könnt ihr diese Produkte umgehen

Im folgenden findet ihr Tipps, wie ihr Produkte mit kurzer Nutzungsdauer umgehen könnt:

1. Darauf achten, dass die Geräte reparaturfähig sind.

  • Haben die Gehäuse Schrauben, sodass das Gehäuse aufschraubbar ist?

Sind sie verklebt ist das kein gutes Zeichen.

  • Geräte vermeiden, die nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen sind.
  • Ist der Akku austauschbar?

2. Simples Design.

  • Unnötige Extra Features vermeiden, da diese nur eine weitere Reparatur Quelle sein könnten.

3. Vor dem Kauf Testergebnisse oder Bewertungen recherchieren.

  • z.B. Stiftung Warentest oder Kundenbewertungen bei Amazon.

4. Schon beim Kauf nach der Verfügbarkeit von Ersatzteilen fragen.

5. Über professionelle Arbeitsgeräte nachdenken.

  • Bei manchen Geräten gibt es eine Business Variante. Das sind Arbeitsgeräte, die stabiler gebaut und für eine hohe Nutzungsdauer ausgelegt sind. Diese lassen sich häufig einfacher reparieren und werden besser mit Ersatzteilen versorgt. Sie sind meistens etwas teurer aber für eine lange Nutzung lohnt sich die Investition.

6. Falls das Gerät schon kaputt, ist gibt es viele Varianten wie man versuchen kann, diese zu reparieren.

  • Repair Cafes
  • Youtube Videos
  • Falls man noch innerhalb der Garantiezeit ist, Produkt definitiv zurückgeben. Desto mehr Geräte zurückgegeben werden, desto eher wird der Hersteller etwas bezüglich der Qualität tun

 

Quellen:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geplanter-verschleiss-von-produkten-ploetzlicher-tod-der-gluehbirne-1.1660236

Die zwei Seiten der geplanten Obsoleszenz

Die „Theorie“ geplanter Obsoleszenz als Sackgasse?

https://www.umweltbundesamt.de/service/audio/was-ist-obsoleszenz

https://www.bundestag.de/blob/422156/d95dc2865805a1daf223b3ca3289c8ef/fragen-und-antworten-zu-obsoleszenz-data.pdf

https://www.ardmediathek.de/tv/Planet-Wissen/Geplante-Obsoleszenz-wenn-Ger%C3%A4te-mit-A/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=12994052&documentId=34992064

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/geplanter-verschleiss-von-produkten-ploetzlicher-tod-der-gluehbirne-1.1660236

Bilderquellen unbekannt.

Repair Cafés – Reparieren einfach gemacht

Sie scheinen aus dem Boden zu sprießen und erfreuen sich größer werdender Beliebtheit. Sie trotzen dem Konsumwahn und bringen Leute zusammen. Kaputte Gegenstände werden repariert und die Lebensdauer erhöht! Die Rede ist von den sogenannten Repair Cafés.

Ein Repair Café ist ein Ort – das kann ein reguläres Café, ein Vereinsheim oder eine Garage sein – an dem Treffen stattfinden, mit dem Zweck, kaputte Gegenstände zu reparieren.

Bei diesen Treffen helfen Ehrenamtliche, die Reparaturkenntnisse und -fertigkeiten für verschiedene Bereiche mitbringen, den Gästen ihre Gegenstände zu reparieren. Das benötigte Werkzeug und die notwendigen Materialien befinden sich meistens vor Ort. Die Repair-Treffen finden an bestimmten Terminen, wie zum Beispiel jeden 1. Samstag im Monat, statt. Das unterscheidet sich allerdings je nach Café.  

Die Idee hinter einem Repair Café ist relativ simpel: Hilfe zur Selbsthilfe! Es wird zusammen mit den Ehrenamtlichen repariert. So lernt man etwas dazu und kann im besten Falle beim nächsten Mal ganz alleine reparieren.

Repariert werden alle möglichen Gegenstände – vom kaputten Mixer bis zur Hose mit Loch und vieles mehr. Einzige Regel: Das kaputte Teil muss selbst in die Werkstatt transportiert werden, d.h. Waschmaschinen und Co. fallen hier raus.

Die Cafés haben noch einen weiteren Nutzen: Sie dienen auch als soziale Treffpunkte. Oftmals gibt es während dieser Treffen Kaffee und Kuchen und die Nachbarschaft kann sich besser kennen lernen.  

Die Geschichte des Repair Cafés:

Ein Repair Café in dieser Form wurde erstmals von der Umweltjournalistin Martine Postma im Jahr 2009 in Amsterdam ins Leben gerufen und erwies sich als großer Erfolg. Der Erfolg des Repair Cafés führte dazu, dass Martine die Stiftung “Stichting Repair Café” gründete. Die NGO bietet professionelle Unterstützung bei der Eröffnung des eigenen Repair Cafés in Form von Informationen, Anleitungen und Netzwerken an. Ein ähnliches Netzwerk ist die deutsche Stiftung “anstiftung”, die sich allerdings in einigen wenigen Punkten von der Stichting Repair Café unterscheidet. So können Mitglieder der “anstiftung” die Informationen und das Netzwerk nutzen, ohne das Logo und den Namen der Organisation nutzen zu müssen.

Wie kam es zu der Repair-Bewegung?

In Europa wird unheimlich viel weggeworfen, das ist kein Geheimnis. Von Essen bis zu Kleidung und elektronischen Gegenständen. Einerseits, weil viele Produkte nicht mehr auf eine lange Nutzungsdauer hin ausgerichtet sind sondern günstige Preise im Vordergrund stehen. Dabei büßt die Qualität ein und Produkte gehen schneller kaputt.

Ein weiterer Grund ist, dass kaputtes selber zu reparieren in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf der Strecke geblieben ist. Die meisten wissen einfach nicht wie das geht und haben nicht die Zeit und Energie sich damit auseinander zu setzen. Zeit ist Geld und es ist ja oft gar nicht mal so teuer das Kaputte durch Neues zu ersetzen.

Dass die Herstellung von dem “Neuen” Emissionen verursacht und Ressourcen verbraucht, ist logisch, aber in den Köpfen vieler trotzdem nicht präsent.

Um sich dem Konsumwahn entgegen zu stellen und Reparieren wieder in das Gedächtnis der Leute zu rufen, gibt es nun diese Treffen. Mit der Reparatur wird die Lebensdauer der  Gegenstände verlängert und damit kann ordentlich gespart werden. Sowohl Kosten als auch Ressourcen und Emissionen! Und wir lernen wieder, dass reparieren richtig Spaß machen kann!

So die Theorie! Aber wie sieht das in der Praxis aus? Um das Prozedere auch einmal zu durchlaufen, lasse ich es mir nicht nehmen, einem Repair Café selbst einen Besuch abzustatten! Meine Erfahrungen enthalte ich euch natürlich nicht vor: Diese könnt ihr im Folgenden nachlesen.

Erfahrungsbericht Repair Café

Ich gehöre auch zu den Leuten, die ohne fremde Hilfe keinen blassen Schimmer haben, wie sie Dinge reparieren sollen und besonders handwerklich begabt bin ich auch nicht. Für mich und meinen kaputten Mixer scheint ein solches Repair Café perfekt!

Mein MultiQuick 9 Stabmixer MQ 9037X von Braun, der laut Hersteller ein absolutes Wundergerät ist, ist kaputt. Die Klingen des Pürierstabes bewegten sich kaum und das Gerät gibt rasselnde Geräusche von sich. Smoothies zum Frühstück ade! An sich ist das Gerät noch tip top, alle anderen Aufsätze funktionieren wunderbar. Viel zu schade, um ungenutzt in der Ecke zu liegen.

Ich suche also ein Repair Café in der Nähe heraus – mit Berlin als Wohnort, habe ich da eine ganz gute Auswahl – und melde mich dort mit meinem kaputten Mixer an.

  

Bei diesem Repair Café handelt es sich tatsächlich um eine Café. Man kann Kaffee trinken, etwas essen und sich nebenbei unterhalten.

Bei meiner Ankunft sind dort drei Reparier-Experten, die bereit sind, mir mit meinem Mixer zu helfen. Mir hilft vor allem eine älterer Herr, der sichtlich Spaß daran hat zu knobeln. Die Atmosphäre ist entspannt, mit ein paar Handgriffen ist der Mixer wieder hergestellt. Was genau das Problem war bekomme ich auch erklärt. Das Plastikteilchen, welches Pürierstab und den Antrieb zusammenhält und beim Aufsetzen einrastet, hat sich verschoben. Wahrscheinlich weil das Pürieren von gefrorenen Früchten ein zu harter Widerstand für dieses Gerät ist.

Nachdem mein Pürierstab wieder intakt ist und ich mich schon auf den Smoothie am nächsten Morgen freue (dieses mal mit aufgetauten Früchten), unterhalte ich mich mit den dort Arbeitenden.

Jeder der Lust hat und “mit einem Schraubenzieher umgehen kann” darf mitmachen. Der berufliche Hintergrund ist nicht wichtig, vielmehr zählt der Spaß am tüfteln und schrauben. In diesem Café waren z.B. ein Elektroingenieur und zwei Hobbybastler am Werk.

Zu Anfang war der Ansturm groß, wird mir erzählt, denn das Repair Café im MadaMe Café war das Erste in Berlin. Das war vor ca. 6 Jahren. Mittlerweile gibt es viele Repair Cafés in Berlin und auch anderen Städten und der Ansturm verteilt sich.

Hilfe zur Selbsthilfe – Theorie wie auch Praxis? Meiner Erfahrung nach, ja. Jeder soll den Schraubenzieher mal in den Händen halten und drauf los schrauben. Das wird nochmal betont. Manch ein Besucher setzt sich direkt an den Tisch mit Werkzeugen und Materialien, fängt an und meldet sich erst wieder, wenn er nicht mehr weiter kommt. Eine Garantie, dass Dinge hier repariert werden können und auch halten, kann nicht gegeben werden. Dass hat auch schon manch Einen wieder umkehren lassen. Problematisch ist, dass viele Geräte mittlerweile nicht mehr so gebaut werden, dass sie auseinander genommen und wieder zusammengeschraubt werden können. Sie  werden verklebt und sollen nur einmal zusammengesetzt und nicht wieder auseinander gebaut werden. Das macht den Reparateuren manchmal das Leben schwer.

Das kommt besonders bei elektronischen Küchengeräten vor. Das sind auch die Produkte, zusammen mit Stehlampen, die am meisten in das Repair Café gebracht werden.

Wie bereits erwähnt, ist das Repair Café ist nicht nur Reparatur-Treff sondern auch “Katalysator” dafür, dass alle möglichen Leute zusammen kommen. Ein Kiez-Treff damit die Nachbarschaft und sich Leute aus unterschiedlichen sozialen Kreisen kennen lernen. Dieser Aspekt ist in der Praxis genauso wichtig wie die Reparatur an sich. Manche kommen auch oft, sind sozusagen “Stammkunden”. Im Gespräch wird nochmal hervorgehoben, dass das Café auch dazu führen soll, Rentner mit ihrem Wissen und Fähigkeiten einzubinden. So soll der Vereinsamung von Menschen im Alter entgegen gearbeitet werden.

Die Besucher reparieren aus kosten- und ökologischen Gründen aber auch aus Nostalgie heraus. Einige Produkte sind mit Erinnerungen verbunden und die Besitzer möchten diese solange wie möglich erhalten. Es gibt viele Gründe und sie alle kommen hier zusammen. Elektroingenieur arbeitet Seite an Seite mit dem Hobby Bastler in Rente. Die Dame, die seit 20 Jahren im Kiez wohnt, kommt mit ihrer kaputten Küchenmaschine sowie der Student, der gerade erst hergezogen ist, mit seinem alten Gameboy.

Eine Idee, deren Theorie auch in der Umsetzung super klappt!

Hast du auch etwas, was du gerne reparieren würdest und würdest gerne mehr Kontakt zu den Leuten aus deiner Nachbarschaft haben? Repair Cafés findest du entweder ganz einfach über:

https://repairCafé.org/de/besuchen/

https://www.reparatur-initiativen.de/

oder per Google mit repair Café + deine stadt

Ich Danke den Mitarbeitern von dem Repair Café im MadaMe in Berlin-Kreuzberg für die Hilfe bei meinem Mixer und das Gespräch.

 

Quellen:

https://www.reparatur-initiativen.de/seite/ueber-uns

https://kunst-stoffe-berlin.de/repair-Café-kreuzberg/

https://repairCafé.org/de/uber/

https://utopia.de/ratgeber/repair-Cafés-wegwefen-denkste/

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/elektrogeraete-werden-immer-kuerzer-genutzt

https://utopia.de/ratgeber/geplante-obsoleszenz/

 

3 Schritte zum Handy Recycling

124 Millionen tote Mobiltelefone zurück in den Kreislauf

Es ist kein Geheimnis, dass Recycling gut für die Umwelt ist und Rohstoffe schont!

Dennoch werden faktisch zu wenig Handys recycelt. Die meisten ausrangierten Handys fristen ein eher trauriges Dasein in Schubladen und werden vergessen.

Damit das ein Ende hat, geben wir euch Tipps, was ihr mit euren alten Handys alles machen könnt. Erzählen von unserem Selbstversuch inklusive detaillierter Anleitung wie ihr eure Daten von eurem Handy löschen könnt.

Aber bevor wir erklären, welche Möglichkeiten ihr habt, gibt es eine kleine Einführung! In der geben wir euch einen Überblick warum es so wichtig ist, Handys zu recyceln und was hinter so einem Smartphone steckt.

 

Kapitel 1 |  Warum sollten Handys recycelt werden?

In den kleinen handlichen Geräten, die wir täglich nutzen, sind ca. 60 verschiedene Materialien verbaut. Eine unfassbare Zahl für ein so kleines Gerät!

Dazu gehören Kunststoffe, Glas, Keramik und verschiedene Metalle. Diese Rohstoffe stammen aus allen Teilen der Welt und werden z.B. in China zusammengebaut. So haben die Teile eines Smartphones bereits tausende von Kilometern zurückgelegt und viele Emissionen verursacht, wenn sie als Endprodukt in unseren Händen landen!

Einige Rohstoffe gehören zu denjenigen Materialien, deren Vorkommen weltweit immer knapper werden. Zudem leidet die Umwelt in den Abbaugebieten.

Auch gelten einige verbaute Materialien als sogenannte Konfliktstoffe, wie z.B. Tantal. Tantal wird vor Allem in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut. Das Problematische an dem Abbau ist, dass dieser den lang anhaltenden Konflikt im Kongo finanziell unterstützt und verlängert haben soll.  Dazu kommen prekäre Arbeitsbedingungen und Umweltbelastungen. In einigen Minen ist der handwerkliche Abbau durch Kleinschürfer typisch und es arbeiten dort Kinder!

Aber wie kann so etwas immer noch zugelassen werden?! Diese Frage stellt sich mir sofort und euch bestimmt auch!

Amnesty International hat dazu eine umfassende Studie verfasst und 16 große Elektronikkonzerne wie Apple, Samsung etc. kontaktiert und mit den Ergebnissen ihrer Recherche konfrontiert. Kinderarbeit und unfassbar schlechte Arbeitsbedingungen. Einige streiten eine Verbindung zu Händlern, die ihr Erz aus besagten Minen beziehen, ab und andere sagen eine mögliche Verbindung wird derzeit untersucht. Weitere behaupten, dass eine Verbindung aufgrund der langen Lieferketten nur schwer nachvollziehbar ist und entziehen sich somit der Verantwortung.  

Die umfassende Studie findet ihr unter diesem Link:

https://www.amnestyusa.org/reports/this-is-what-we-die-for-human-rights-abuses-in-the-democratic-republic-of-the-congo-power-the-global-trade-in-cobalt/

 

Kapitel 2  | Warum eine so kurze Lebensdauer? Ein paar harte Fakten

Nach durchschnittlich 18 Monaten ersetzen wir unser Handy durch ein neueres Modell!

Derzeit liegen etwa 124 millionen Handys in deutschen Haushalten ungenutzt herum!

Viele Mobilfunkanbieter bieten nach einer gewissen Vertragsdauer ein neues Handy kostenlos oder sehr günstig an. Manche Nutzer wollen auch einfach nur das aktuellste Modell mit all seinen neuen Features besitzen.   

Es gibt viele Gerüchte einer geplanten Obsoleszenz, wodurch unsere Geräte schneller kaputt gehen sollen!

Dabei kann diese geplante Obsoleszenz technischer, funktionaler oder psychologischer Natur sein. Letzteres bedeutet z.B., dass der Kunde das Gefühl hat, ein veraltetes Gerät zu besitzen da bereits neuere moderne Versionen des Produktes erhältlich sind.

Bevor es zum nächsten Punkt geht, hier nochmal schnell zusammengefasst, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe für unsere smarten Mobiltelefone gewonnen werden und  warum es so wichtig ist, eure alten Handys zu recyceln:

  • Die Rohstoffe kommen aus allen Teilen der Welt und verursachen schon allein durch ihren Transport viele Emissionen
  • Die Rohstoffe sind endlich und werden immer knapper und sollten nach der Nutzung wieder in den Kreislauf eingeführt werden, denn für die Herstellung jedes neuen Handys, werden wieder Rohstoffe und jede Menge Energie verbraucht
  • Die Förderung einiger Rohstoffe begünstigt Krieg in bestimmten Gebieten
  • Der Abbau wird unter schlechten bzw. gefährlichen Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit ausgeführt
  • Die Umwelt leidet unter dem Abbau

Viele Gründe dafür, unsere Handys zu recyceln, oder?!

Auf zum nächsten Kapitel: Was passiert eigentlich mit den Geräten, die nicht ordentlich recycelt werden?

 

Kapitel 3 | Was passiert mit denjenigen Geräten, die nicht ordentlich recycelt werden?

Es gibt Elektroschrott der  illegal in Länder wie Ghana, Nigeria, Indien oder China zur “Weiterverwertung” verschifft wird! Oft wird er nochmals repariert und weiter genutzt bis die Geräte auf einer illegalen Müllkippe landen!

Dort werden sie unter schlechten Bedingungen für Mensch und Umwelt zerlegt. Manche Rohstoffe werden recycelt, der Rest, der sich nicht verkaufen lässt, wird verbrannt.

Dadurch gehen wertvolle Rohstoffe verloren.

Durch fehlende Abwasserfilter, werden Grundwasser und Böden verunreinigt. Diejenigen die mit dem Elektroschrott arbeiten sind den zahlreichen Giftstoffen ungeschützt ausgesetzt. Das kann z.B. zu Nierenschäden oder Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen. 

Zusammengefasst bedeutet das, dass die Rohstoffe für Smartphones nicht nur unter extrem schädlichen Bedingungen gewonnen, sondern zu vergleichbar schlechten Umständen wieder verwertet bzw. entsorgt werden!

Ihr seht also, der Lebenslauf eines Handys birgt viele Schattenseiten (hier wurden nur einige Beispiele genannt, es gibt sicherlich noch mehr). Umso wichtiger ist es, die Mobiltelefone möglichst lange zu benutzen und anschließend richtig zu entsorgen!

Da ihr jetzt mit ein bisschen Hintergrundwissen ausgestattet seid, geht es jetzt zum nächsten und praktischen Teil: welche Möglichkeiten ihr für eure alten oder kaputten Handys habt.

 

Kapitel 4 |  Was können wir tun?

Welche Möglichkeiten gibt es für unsere alten Handys?

Zurück in den Laden bringen

Seit Juli 2016 gibt es ein Gesetz, das besagt, dass Händler mit einer großen Ladenfläche ( > 400qm²) ein Elektrogerät mit unter 25 cm Kantenlänge zurücknehmen und entsorgen müssen. Davon unabhängig ist auch, ob das Gerät in dem Geschäft gekauft wurde. Also ab zum nächsten größeren Saturn oder Media Markt und schnell das alte Handy loswerden! Mehr dazu könnt ihr im weiteren Verlauf unter unserem Selbstversuch lesen.

Oder..

Handy reparieren lassen.

Entweder schnell im Internet nach dem nächsten Reparatur-Shop suchen oder das Handy in einem Online-Reparaturdienst einsenden. Dabei kann die Reparatur je nachdem, ob ihr diese bei dem Hersteller direkt oder bei einem unabhängigen Reparaturgeschäft durchführen lasst, preislich und qualitativ variieren. Das liegt daran, dass es nicht für alle Marken Originalteile zu kaufen gibt. Am besten ihr informiert euch und vergleicht Preise.

Hier werden verschiedene Online Anbieter vorgestellt:

https://praxistipps.chip.de/handy-reparatur-guenstige-online-anbieter_30542

https://www.handyreparaturvergleich.de

DIY-Handyreparatur

Wer gerne erstmal selbst probiert und zudem noch ein kleiner Sparfuchs ist, sollte hier aufhorchen!

Es gibt zahlreiche Videos mit Anleitungen zur Selbstreparatur. Dazu kann man günstige Reparatursets im Internet bestellen und drauf los schrauben.

Hier ein paar Links zu Webseiten mit Anleitungsvideos:

https://www.ifixit.com/

https://www.kaputt.de/

https://www.youtube.com/channel/UCQHCw6RxiX-xKMzldG7QSLQ

Handy Spenden

Ihr könnt euer altes Handy auch einer NGO, wie z.B. dem Nabu, spenden. Die Handys können entweder in eine Sammelbox eingeworfen (auf der Internetseite findet ihr, wo diese Boxen aufgestellt sind) oder per Post zugesendet werden. Pro Handy geht 1,60 € an den Nabu. Diese arbeiten mit einem Partner zusammen, der die Handys je nach Zustand entweder repariert oder recycelt. Das Porto für das Einsenden, zahlt der Nabu. Im Internet könnt ihr euch dafür einfach einen DHL-Retourenschein ausfüllen und ausdrucken. Ähnliche Aktionen gibt es auch von anderen Organisationen, wie z.B. vom BUND e.V. oder GRÜNE LIGA e.V.

Damit schlagt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe! Eure Handys werden recycelt und ihr unterstützt eine NGO mit eurer Spende!

https://amsel.dpwn.net/abholportal/gw/lp/portal/arvato/customer/RpOrder.action?delivery=RetourenLager16&ADDR_SEND_LANG=&locale=DE&lang=DE&

Handy Verkaufen

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich das Handys zu verkaufen. Ist es noch funktionstüchtig kann es einfach und schnell über eine Onlineplattform verkauft werden. Funktioniert das Handy nicht mehr, ist das auch kein Problem. Denn einige Reparaturdienste kaufen das kaputte Handy an, reparieren es und verkaufen es dann weiter.

 

Kapitel 5 | Selbstversuch

Alle diese Möglichkeiten funktionieren bestens in der Theorie, aber wie sieht das eigentlich in der Praxis aus?

In unserem Büro wurde ziemlich schnell deutlich, dass es uns an kaputten Handys, die in irgendeiner Schublade vor sich hin vegetieren, nicht mangelt.

Das Handy meiner Kollegin, Sandra, ein iPhone 5S ist immer langsamer geworden und zu allem Überfluss auch noch vom Tisch gefallen. So hat es, wie so viele Smartphones, einen zersplitterten Bildschirm.

Das Ding scheint also schrottreif zu sein oder?

Wir probieren erstmal eine längere Lebensdauer zu ermöglichen. Deshalb:

 Handy Reparieren lassen

Apple Store

Die erste Station in unserem Handy Wiederverwertungsprozess ist der Apple Store. Denn es scheint doch naheliegend das Handy dort reparieren zu lassen, wo es gekauft wurde. In dem riesigen Apple Geschäft, in denen viele Kunden von grünen T-Shirt tragenden Experten beraten werden, ist der erste Stop direkt am Eingang. Dort trägt man zunächst sein Anliegen vor, um eine allgemeine Auskunft zu bekommen.

Auf Nachfrage wird uns mitgeteilt, dass eine Analyse kostenfrei ist, aber Termine bei dem begehrten Elektronikkonzern seien rar. Eventuell, könne man uns irgendwo “reinschieben”. Deshalb sind die vorgeschlagenen Kosten auch nur eine Schätzung. Der Austausch des Displays kostet immer gleich viel. Die veraltete Batterie sei wahrscheinlich verantwortlich dafür, dass das Handy langsamer geworden sei. Eine weitere Möglichkeit sei, dass komplette Gerät auszutauschen und durch ein neues Smartphone des gleichen Modells zu ersetzen.

Hier die Kosten

Displayaustausch: 160€

Austausch der Batterie (wobei dies nur eine Vermutung ist): 89€

Reparatur insgesamt: 249€

Kompletter Handyaustausch: 311€

Nicht besonders günstig oder? Zumal wir, nach etwas Recherche, ein Angebot für das neuere iPhone SE für 320€ gefunden haben. Also auf zu einem unabhängigen Reparatur Shop, der alle möglichen Marken repariert.

Unabhängiger Reparatur-Shop

Im Gegensatz zum großzügigen und hightech wirkenden Apple Store, war der Reparatur-Shop, den wir besucht haben, das komplette Gegenteil. Klein und rummelig wirkend und statt mehrerer grüner T-Shirt tragenden Experten nur ein Mitarbeiter.

Der Displayaustausch soll hier nur 35€ kosten. Dass das Handy immer langsamer wird, soll an der Software liegen. Das würde ca 15-20€ kosten. Oder es liegt daran, wie der Mitarbeiter uns erzählt, dass Apple das Ganze mit Absicht macht. Handys nach einer bestimmten Zeit langsamer werden lassen, damit die Kunden neue Handys kaufen. Das wäre dann wohl ein Beispiel für eine Form von geplanter Obsoleszenz oder nicht?!   

Die Sichtung kostet bei dem Reparatur-Shop 10-15€. Es scheint als wären die Preise nicht fix, Handeln durchaus möglich.

Hier die Kosten

Display Austausch: 35€

Software (wobei das auch hier nur eine Vermutung ist): 15-20€

Reparatur insgesamt: 50-70€

Hier geht es offensichtlich sehr anders zu als in dem Shop des Megakonzerns Apple. Die Preise sind deutlich günstiger, allerdings werden dafür auch keine Originalteile verbaut. Der ganze Aufbau wirkt nur halb so professionell wie bei Apple. Allerdings hat ein bekannter Name und ein großer Laden nicht unbedingt etwas mit der Kompetenz des jeweiligen Reparateurs zu tun. Wer sein Handwerk beherrscht, braucht dafür keinen schicken Laden.

Jeder Reparatur-Shop arbeitet anders und hat unterschiedliche Preise. Also fragt ruhig bei mehreren Shops nach, falls möglich, und vergleicht die Preise.

Meine Kollegin entscheidet sich dazu, ihr Handy zu recyceln. Bevor auch ihr euer altes Handy abgebt, sorgt dafür, dass ihr die folgenden Punkte erledigt habt:

Recycling

BackUp

Bevor ihr euer altes Handy recycelt, solltet ihr sicher gehen, dass dort keine Daten mehr drauf sind, die ihr nicht verlieren wollt. Ihr sichert alle eure persönlichen  Daten und Fotos mit einem Backup z.B. auf eurem Computer.

Die meisten denken bei Backup erstellen an eine ewig lange und nervenraubende Prozedur.

Zwar hat es bei meiner Kollegin nicht ewig lange gedauert, auf Anhieb hat es allerdings auch nicht funktioniert. Also seid nicht frustriert wenn es auch bei euch nicht direkt klappt.

Falls euer Handy nicht automatisch beim Verbinden mit dem Computer einen Backup erstellt, folgt hier der manuelle Prozess:

  • Zunächst schließt ihr euer iPhone an euren Computer an und öffnet iTunes.
  • Oben links klickt ihr auf das kleine Handy-Symbol, um auf eure Geräteeinstellungen zu gelangen.
  • Danach wählt ihr aus, wo ihr euern Backup gespeichert haben wollt und klickt auf “backup erstellen”.

Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten einen Backup zu erstellen wie z.B. über die iCloud. Über Google findet ihr schnell gute Anleitungen.

Daten löschen vor dem Handy Recycling

Bevor man sein Handy in die Hände fremder Menschen gibt, möchten man sicher gehen, dass alles persönliche gelöscht ist:

  • Auf Einstellungen gehen
  • Bei Einstellungen auf  “Allgemein” gehen
  • Zuletzt klickt ihr ganz unten auf “Zurücksetzen”

Mit diesem Vorgang werden eure Daten sicher auf eurem Handy gelöscht und die Daten können danach nicht wieder hergestellt werden.

Wir waren erstaunt wie einfach es war, das Backup zu erstellen und alle Daten zu löschen.

Da ich selber ein Android Handy besitze, war ich natürlich interessiert, ob es für diese genauso einfach ist. Deshalb sind hier ein paar Links mit verschiedenen Anleitungen für alle Android Nutzer und Nutzerinnen unter uns:

Back-up Android:

https://mobilsicher.de/hintergrund/backup-smartphone-daten-sichern

https://www.pcwelt.de/ratgeber/Datensicherung-Android-Backup-erstellen-so-geht-s-5715113.html

https://www.heise.de/tipps-tricks/Android-Backup-So-gelingt-die-Datensicherung-3900932.html

https://www.connect.de/ratgeber/android-backup-daten-apps-sichern-3198228.html

Daten Löschen Android:

https://mobilsicher.de/kategorie/backup/handy-verkaufen-daten-richtig-loeschen-android

https://praxistipps.chip.de/handy-verkaufen-daten-vorher-loeschen-so-gehts-richtig_93135

https://www.heise.de/tipps-tricks/Android-sicher-loeschen-So-entfernen-Sie-alle-Daten-von-Ihrem-Handy-3908696.html

Handy Recycling

Nachdem nun alle Daten gelöscht waren, wollten wir testen, ob es wirklich so einfach ist, das alte Handy zu einer großen Elektronik Handelskette zu geben und sind zum nächsten Saturn gegangen.

Dort wurden wir innerhalb des Ladens zur Servicestelle geschickt. Meine Kollegin musste eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich einverstanden erklärt, dass ihr Handy kostenfrei recycelt wird. Die abgegebenen Handys werden an einen Recycling-partner weiter gegeben.

Vorsicht: Bei Saturn wird nicht noch mal gecheckt ob bei dem abgegeben Handy alle Daten gelöscht wurden, also stellt sicher, dass ihr das vor der Abgabe erledigt habt!

Den ganzen Recycling-Prozess inklusive Backup, Daten löschen und wegbringen hat man ziemlich schnell erledigt, insgesamt betrug der Zeitaufwand ca. Anderthalb bis zwei Stunden. Je nachdem wie nah der nächste Elektronikmarkt ist. Überraschend einfach und schnell!

 

Checkliste (PDF download)

Wenn ihr die folgenden Punkte erledigt habt setzt ein Häkchen in das Kästchen vor jedem To-Do Punkt.

□ Schritt 1: Reparatur oder Verkauf?

  • □ Checken, ob sich euer Handy reparieren lässt oder ihr es verkaufen könnt
  • □ Wenn ihr ein Android Handy besitzt geht direkt zu Android.

□ Schritt 2: Handy für die Weitergabe bereit machen

Apple

Erstellt einen Backup:

  • □ Zunächst schließt ihr euer iPhone an euren Computer an und öffnet iTunes
  • □ Oben links klickt ihr auf das kleine Handy-Symbol um auf eure Geräte Einstellungen zu gelangen.
  • □ Danach wählt ihr aus, wo ihr euern Backup gespeichert haben wollt und klickt auf “Backup erstellen”

Daten löschen:

  • □ Auf Einstellungen gehen
  • □ Bei Einstellungen auf “Allgemein” gehen
  • □  Zuletzt klickt ihr ganz unten auf “Zurücksetzen”

Gehe zu Schritt 3

Android

Für ein Android Handy gestaltet sich der Prozess vom Backup erstellen und Daten löschen etwas aufwendiger. Deswegen findet ihr hier zu jedem Unterpunkt einen Link, der die verschiedenen Schritte detailliert erklärt.

Erstellt einen Backup:
https://mobilsicher.de/hintergrund/backup-smartphone-daten-sichern

Daten löschen:
https://mobilsicher.de/kategorie/backup/handy-verkaufen-daten-richtig-loeschen-android

□ Schritt 3: Wo soll das Handy abgegeben werden?

Falls ihr es recyceln wollt: Lieber beim nächsten Elektronikmarkt oder bei einer NGO abgeben?

  • □ Elektronikmarkt: Google den Elektronikmarkt in deiner Nähe und los geht es!
  • □  NGO DHL-Retourenschein ausdrucken, Handy verpacken und ab zur Post damit!

Falls ihr es verkaufen wollt:

  • □   Den nächsten Verkaufsshop oder Onlineshop ausfindig machen und wegbringen -oder schicken

DONE!

 

Kapitel 6 | Fazit

Die kleinen Geräte, die unser Leben einerseits einfacher machen und auf der anderen Seite durch ständige Erreichbarkeit und unzählige Apps unsere Zeit fressen, haben einen Lebenslauf mit vielen dunklen Ecken. Sie fressen Ressourcen, erhalten schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit, zerstören die Umwelt und und und. Die Liste ist lang und wir bekommen davon hier meist nicht viel mit.

Deshalb sollten wir Handys bewusst länger nutzen. Statt weggeworfen oder ungenutzt in Schubladen zu liegen sollten sie repariert oder ordentlich recycelt werden. Denn 124 Millionen!! ungenutzte Handys sind eindeutig zu viel!

Aber auch auf Herstellerseite muss einiges passieren! Oftmals sind Reparaturen so unwirtschaftlich, dass diese sich nicht mehr lohnen und lieber ein neues Gerät gekauft wird. Das kann doch eigentlich nicht sein oder?!

Also sorgt dafür, dass wertvolle Ressourcen in Form eines Smartphones kein trauriges Dasein mehr in Schubladen fristen sondern wiederverwertet werden!

Wir haben selbst getestet wie der Recycling-Prozess abläuft und waren mehr als überrascht wie einfach das war!

Also Schublade auf, altes Handy raus und ab zum Recycling!

 

Quellen

http://www.informationszentrum-mobilfunk.de/sites/default/files/medien/IZMF_Factsheet_Lebenszyklus_2015.pdf

https://www.verbraucherzentrale.nrw/sites/default/files/migration_files/media225958A.pdf

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/abfall/wohin-mit-dem-alten-handy-11260

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/124-Millionen-Alt-Handys-liegen-ungenutzt-herum.html

https://utopia.de/ratgeber/geplante-obsoleszenz/

http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/obsoleszenz/obsoleszenz.htmhttps://reset.org/knowledge/elektroschrott-e-waste

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/01/2017-01-13-wohin-mit-dem-handy.html

https://germanwatch.org/de/download/11036.pdf

Der Aufschwung bei Metallpreisen geht weiter

Metallpreise 2017 im Vergleich

Anfang 2016 berichtete der Verband Deutscher Metallhändler (VDM), dass nur 9 Prozent ihrer Mitglieder eine Verbesserung in der Schrottversorgung erwarteten. In ihrem kürzlich veröffentlichten Geschäftsklimaindex für das zweite Quartal 2017 hat sich die Lage nun sehr verändert. 89 Prozent der befragten Metallhändler bewerten die aktuelle Geschäftslage positiv und 92 Prozent werten ihre Erwartungen an die Geschäftsaussichten als besser oder gleichbleibend im Vergleich zum Vorquartal.

Für den aktuellen Geschäftsklimaindex wurden die Marktversorgung von Alt- und Neumetallen erstmals getrennt abgefragt. Die Versorgung von Schrotten wurde von 89 Prozent und die Versorgung von Neumetallen von 100 Prozent der Befragten als gut oder ausgeglichen bewertet. „Die insgesamt positive Lagebeurteilung führen wir auf die solide konjunkturelle Entwicklung der deutschen Wirtschaft zurück. Das in den zurückliegenden Monaten erreichte stabile Niveau der Metallpreise gibt zudem Planungssicherheit“, erklärt Thomas Reuther, Präsident des VDM.

Anspannung herrscht in der Industrie, wenn es zu den Themen der weltpolitischen Wirtschaftssituation, LKW-Maut und neuen bürokratischen Hürden kommt. Neue Entwicklungen in der chinesischen und US-Wirtschaftspolitik und Brexit können eine Gefahr für den freien Handel darstellen, auf den der Metallhandel angewiesen ist. Die Kosten einer LKW-Maut könnte vor allem für kleine und mittelständische Metallhändler zu einem Problem werden. Mit der im Juni 2017 in Kraft getretenen neuverfassten Entsorgungsfachbetriebeverordnung wurden neue Mindeststandards für die Betriebe festgelegt. Allein für das nicht vollständige Ausfüllen von Formularen müssen Betriebe hier mit Strafen rechnen. All dies lässt in der Industrie Sorge aufkommen.

Trotzdem ist 2017 ein Wachstum in der Metallrecyclingwirtschaft und dem Metallhandel zu beobachten. Nach dem Tief der vergangenen Jahre, bleiben Metallpreise seit Ende 2016 stabil oder steigen weiter an.

Quelle: www.lme.com

Aluminium
Blei
Zink
Januar 1.426,18 € 1.682,32 € 2.139,68 €
Februar 1.525,53 € 1.971,16 € 2.387,02 €
März 1.621,11 € 1.915,82 € 2.406,31 €
April 1.633,27 € 1.916,66 € 2.300,66 €
Mai 1.598,89 € 1.885,64 € 2.212,63 €
Juni 1.617,34 € 1.746,46 € 2.132,98 €
Juli 1.607,28 € 1.913,31 € 2.330,01 €
August 1.581,29 € 1.925,88 € 2.321,62 €

Quelle: www.lme.com

Kupfer
Nickel
Molybdän
Zinn
Januar 4.673,01 € 8.552,02 € 12.366,90 € 17.850,26 €
Februar 4.971,91 € 8.40,11 € 12.366,90 € 16.617,76 €
März 5.062,46 € 9.206,00 € 12.366,90 € 16.202,73 €
April 4.876,75 € 8.350,80 € 12.366,90 € 16.953,13 €
Mai 4.817,64 € 7.948,35 € 13.834,16 € 16.831,56 €
Juni 4.725,41 € 7.399,18 € 14.253,37 € 17.162,74 €
Juli 4.940,89 € 7.851,93 € 12.995,72 € 16.978,25 €
August 5.281,71 € 8.510,10 € 12.995,72 € 17.313,66 €

Trotz der jüngst zu verzeichnenden Ausschläge nach unten, wird vor allem bei Kupfer und Nickel ein weiterer starker Anstieg vermutet. Allen anderen voraus ist allerdings das dem Nickel ähnliche Metall Cobalt oder auch Kobalt. Während die meisten Metalle vom Preis her 2017 recht stabil geblieben sind, konnte bei Cobalt ein besonders hoher Wertanstieg beobachtet werden. Durch die Unverzichtbarkeit dieses Rohstoffs bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos, hat sich der Preis von Cobalt seit August 2016 mehr als verdoppelt.

Quelle: www.lme.com

Cobalt
August 2016 21.966,87 €
September 20.960,85 €
Oktober 22.847,32 €
November 23.476,15 €
Dezember 24.943,41 €
Januar 2017 27.249,10 €
Februar 31.231,66 €
März 42.550,52 €
April 46.533,08 €
Mai 45.904,25 €
Juni 47.036,14 €
Juli 49.467,59 €
August 47.790,73 €

 

Sie haben noch Metalle oder andere Rohstoffe, die Sie gerne verkaufen würden? Finden Sie bei uns den idealen Schrottplatz oder Schrotthändler in Ihrer Nähe.

 

Quellen:

Maydorn, A., “Kobald-Preise explodieren – mit dieser Aktie verdienen Sie mit!”, Der Aktionär, 10.03.2017, http://www.deraktionaer.de/aktie/kobalt-preise-explodieren—mit-dieser-aktie-verdienen-sie-mit–305700.htm.

“Metallhandel trotzt dem Protektionismus”, lifePR, 05.05.2017, www.lifepr.de.

“Q2/2017: Metallbranche renchnet mti konstantem Aufschwung”, Recycling Portal, 09.05.2017, http://recyclingportal.eu.

“VDM: Metallrecycler beklagen schlechte Geschäftslage”, Recycling Magazin, 22.04.2016, www.recyclingmagazin.de.